Phylosophie

Die Philosophie von Quattro Passi

Ich habe meiner Firma den Namen Quattro Passi gegeben (fare quattro passi = ein paar Schritte machen, sich die Beine vertreten), weil diese „Vier Schritte” meine Absicht in zwei Worte fassen: eine Palette von Reisen zu Fuss in der Natur anbieten.

Begriffe, die nicht zufällig gewählt sind; sie umfassen vielmehr die ganze Philosophie, die mich bewegt, mich motiviert und aufbrechen lässt.

Keine Angst – ich will hier keine Abhandlung über die Philosophie des Reisens verfassen, dafür gibt es eigens Literatur!

Aber ich möchte, dass du verstehst, wo mein Leitfaden seinen Ursprung hat. Eine Richtlinie, die sich in ein paar wesentlichen Punkten und damit in all meinen Angeboten widerspiegelt. Und genau deswegen handelt es sich bei meinen Reisen um mehr als einfach Wanderungen in den Bergen. Hoffentlich habe ich dich so neugierig gemacht, dass du auch die folgenden Abschnitte liest!

Reisen

Reisen heisst nicht einfach, sich von einem Start- zu einem Endpunkt zu verschieben; Reisen heisst vielmehr, alle jene Erfahrungen zu leben, die eine solche räumliche Verschiebung mit sich bringt. Entscheidend ist die Zeit, die jemand ihr widmet. So sehr, dass man von „Freizeit“ und „befreiter Zeit“ reden könnte: Der Akt des Reisens ist heutzutage eine Tätigkeit, die in der Freizeit stattfindet; schaut man aber genauer hin, so ist diese Zeit oft alles andere als frei.

Was ich damit meine?

Die Aufbruchs- und Ankunftszeiten sind oft vorgegeben, sei es durch ÖV-Fahrpläne, sei es durch das geplante Eintreffen in der Hütte oder im Hotel, sei es durch die Länge des Tags usw. Der Zeitraum zwischen diesen zwei Polen ist aber freie Zeit; sie hängt von der Route ab, die man vorhat, und von den Dingen, die man anschauen möchte. Was sicherlich als freie Zeit bezeichnet werden kann, ist der Zeitraum, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Reisen frei sind zu tun, was sie am liebsten machen – Bad in einem Bergseelein, Siesta im Schatten eines Kastanienbaums, Picknick am Ufer eines kleinen Bachs, Schlendertour durch ein Dorf, Kaffeepause in der Hütte …

Wichtig ist der Begriff der „befreiten Zeit“: Dabei handelt es sich um einen Zeitraum, der durch eine Tätigkeit belegt war (Freizeit inklusive) und der für ein unvorhergesehenes Ereignis frei wird, das für die Gruppe oft vergnüglich und interessant ist. Das kann die Begegnung mit einem alten Älpler vor seiner Hütte sein, der uns einlädt, einen Imbiss aus Rotwein, Käse und Salami mit ihm zu teilen, und uns dabei Anekdoten aus dem Alpleben erzählt. Ich erinnere mich dabei an jenes Mal, als uns ein weit über Achtzigjähriger in einer Bar des Cilento seine Abenteuer als Grenzwächter der Guardia della Finanza im Val d’Intelvi erzählte …

Vielleicht denkt nun jemand, das sei verlorene Zeit: Nein, das gibt es nicht! Unterwegs zählt jede Erfahrung – sei sie positiv oder negativ – und trägt dazu bei, aus jeder einzelnen Reise ein einzigartiges, unwiederholbares Ereignis zu machen.

Zu Fuss

Ich habe es schon gesagt: Die Zeit ist ein wichtiger Faktor, und wenn wir in der Hektik des Alltagslebens den Eindruck haben, nie Zeit zu haben, dann bringt uns eine Reise zu Fuss in menschlichere Dimensionen zurück, die einem natürlicheren Lebensrhythmus entsprechen – schlicht, weil sie langsamer sind!

Auch die Geschwindigkeit beim Gehen ist von Bedeutung: Kommt man am Abend völlig erschöpft am Ziel an, heisst das, dass man es unterwegs nicht geniessen konnte: Entweder war der Wanderleiter im Wettkampftempo unterwegs, oder aber man hat seine eigenen körperlichen Voraussetzungen für die Wanderung falsch eingeschätzt. Das Tempo und der Rhythmus, die ich mag, lassen mich sicher am Ziel ankommen, aber auch den Tag geniessen, ohne zu hasten. Gross ist der Unterschied zwischen der Reise in einem Hochgeschwindigkeitszug, von dessen Fenstern aus die Autos auf der Autobahn still zu stehen scheinen, und dem Unterwegssein zu Fuss, bei dem man die Zeit hat, den Pilz am Wegrand zu betrachten oder dem Mistkäfer zuzuschauen, der geduldig eine kleine Kotkugel vor sich hinschiebt!

Schon Rodolphe Toepffer, grosser Reisender des letzten Jahrhunderts, hatte die Bedeutung der Geschwindigkeit beim Reisen verstanden: So erklärte er einem Wandersmann den Vorteil, der mit dem Bruch eines Kutschenrads verbunden war – endlich hätten sie die Zeit, die durchquerte Landschaft zu betrachten und zu geniessen!

Zu Fuss kann man beachtliche Entfernungen in wenigen Tagen zurücklegen und zudem Orte erreichen, an die man mit anderen vergleichbaren Mitteln kaum hinkommen würde. Bei meinen Reisen schlage ich kaum Wanderungen vor mit einer Marschzeit, die fünf bis sechs Stunden pro Tag überschreitet, auch wenn mein Körper acht- bis zehnstündige Etappen zulassen würde. Die Teilnehmer brauchen eine Angewöhnungszeit, und ich meinerseits muss für die Gruppe ein Tempo und einen Rhythmus finden, der allen eine angenehme Erfahrung erlaubt. Schon nur die Tatsache, zu Fuss unterwegs zu sein, ist Medizin für Geist und Körper!

In der Natur

Unser Lebensraum ist sehr, zu sehr vom Beton geprägt – Häuser reihen sich an Häuser, wie schon Adriano Celentano in seinem legendären Lied „Un ragazzo di via Gluck“ besang. Und dieser Raum wird zudem andauernd von Autos, Flugzeugen, Helikoptern und anderen Lärmquellen beschallt, die uns das Leben vergiften.

So versuche ich bei einer dem Mass des Menschen entsprechenden Reise, jene Dimension des Raums zurückzugewinnen, die uns besser entspricht: die Natur. Die Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung verlangen die Beachtung aller Aspekte, die mit einem bestimmten Territorium zusammenhängen (d. h. die Umwelt-, aber auch die soziokulturellen und ökonomischen Aspekte), sie in ihrem Verhältnis zwischen Raum und Zeit und ihre Verbindungen und Beziehungen zu verstehen. Ich schreibe dies, weil man sich bewusst sein muss, dass es in unseren Bergen und Tälern so gut wie unmöglich ist, sich in noch gänzlich unberührten Naturräumen zu bewegen (wie es allerdings von vielen Reiseanbietern versprochen wird).

Diese unberührte Natur – im genauen Sinn des Begriffs – gibt es bei uns nämlich nicht mehr! Im ganzen Alpenraum, überall, hat der Mensch seine Einflüsse hinterlassen. Von dieser Tatsache ausgehend, biete ich ein totales Eintauchen in die Natur an: in jene Natur, mit der der Mensch im Guten und Schlechten seit Jahrtausenden zusammenlebt. So ist es nichts als normal, dass wir besondere Plätze besuchen wie Kultstätten (von Schalensteinen zur Kirche von Botta), Gewerbezonen aller Art (von Ruinen aus römischer Zeit zu den Industriehallen von Stabio), touristische Orte (von See- und Flussufern zu Seilbahnen) oder Naturräume von besonderer Bedeutung (Schutzzonen und Nationalparks). Alle diese hier erwähnten und nicht erwähnten Orte sind untereinander verbunden und wichtig für den Menschen: Deshalb lohnt es sich, sie zu erleben!

Aus dem Geschriebenen leiten sich die wesentlichen Punkte ab, die die Leitline von Quattro Passi bilden.
In wenigen Worten: Wir verschieben uns wo möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und vermeiden lange Transfers während der Reisen, wir geben uns Zeit für geplante und ungeplante Erfahrungen, lassen uns nicht von der Zeit stressen und lernen so die besuchte Gegend näher und von nahe kennen.

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